Auslandsreisen

Vom medizinischen Standpunkt her müsste man eigentlich von allen Fernreisen abraten, da wir für so ferne Länder einfach nicht geschaffen sind. Von unserer Entwicklungsgeschichte ist es nicht vorgesehen, solche Distanzen in so kurzer Zeit zu überwinden, wie es Flugzeuge ermöglichen. Wir werden deshalb immer auf gesundheitliche Gefahren treffen, gegen die wir uns auf natürliche Weise nicht schützen können. Wer es also nicht bleibenlassen kann, muss umfangreiche Vorsorge treffen. Die wichtgsten Maßnahmen in allen sonnenreichen Ländern bestehen nicht etwa in Impfungen, sondern in einfachen Verhaltenregeln. Impfungen sind nur eine Ergänzung.

Basismassnahme 1: Mückenschutz (körperverhüllende Bekleidung, Repellentien wie AUTAN, Mosquitonetze, Insektenspray oder elektrischer Insektengiftverdampfer für das Hotelzimmer - nicht gesund, aber besser als nichts).

Basismassnahme 2: Sonnenschutz ca. 1/2 Stunde vor dem Kontakt mit der Sonne auftragen. Ausreichend hohe Lichtschutzfaktoren wählen, und keinen Sonnenbrand riskieren !

Basismassnahme 3: Keine kalten oder nur schwach erhitzten Lebensmittel zu sich nehmen, Ausnahme bilden nur Obst- oder Gemüsesorten, die selbst von ihrer dichten Schale befreit werden (COOK IT, PEEL IT OR FORGET IT)

Weitergehende Informationen zum Thema Reise erhalten Sie in meinen Empfehlungen für eine Reiseapotheke.

 

Grippeimpfungen

Die Impfkostenregelung ist recht großzügig. Für alle Menschen über 60 Jahre bezahlt ausnahmslos die Krankenkasse, für Menschen unter 60 Jahre nur bei erhöhtem Risiko. Wenn mir aber jemand sagt, dass er einem besonderen Risiko unterliegt, weil er ständig mit sehr vielen Menschen zu tun hat, brauche ich dies nicht zu überprüfen, sondern darf es einfach glauben.

Früher war es ja so, dass man einen gewissen Zeitraum im Herbst für die Impfung wählen sollte. Heute kann man impfen, wenn der Impfstoff fertig ist. Die Schutzdauer ist heute viel länger als früher. Schutz vor der Schweinegrippe ist auch gleich enthalten. Ich habe immer viel Mühe darauf verwendet, einen möglichst risikoarmen Impfstoff für meine Patienten und mich zu bekommen. Unerwünschte Vorkommnisse sind trotzdem möglich, auch ernste. Ich nehme sie trotzdem für Frau Koczelnik und mich. Leider ist die freie Wahl nun vorbei. Ich muss nehmen, was ich bekomme. Die kranken Kassen haben das Mittel der Ausschreibung für sich entdeckt (wie bei Bauvorhaben), um noch mehr einzusparen und zu horten.

 

Andere Impfungen

Die Polioimpfung (Kinderlähmung) ist keine Schluckimpfung mehr. Sie wird intramuskulär wie alle anderen Impfungen vorgenommen. Dies mag unangenehmer sein, ist aber viel ungefährlicher. Die Polioauffrischung ist heute wieder öffentlich empfohlen. Nach Möglichkeit nimmt man sie in einer Kombinationsimpfung, zusammen mit andern vor.

Diphterie ist eine vernachlässigte Krankheit. Viele Menschen haben keinen Impfschutz. Je mehr Menschen aus Osteuropa in unser Land kommen, desto wichtiger wird aber der Schutz. Die Antikörpermenge (der Impftiter) braucht nicht überprüft zu werden. Blutuntersuchungen sind nur sinnvoll bei Menschen, die gar nichts über ihre Impfungen wissen. Auch hier ist die Kombinationsimpfung sinnvoll.

Tetanus (Wundstarrkrampf) ist leider eine immer noch häufigere Todesursache in Deutschland. Ein gewaltiges Risiko besteht für all jene, die sich an Dingen verletzen, die Erdkontakt hatten (Autounterseite, Rosendornen, Straßenbelag u.s.w.). Auch Tetanusimpfstoff gibt es als Kombination.

Keuchhusten wird neuerdings auch wieder empfohlen und routinemäßig in Kombination mit anderen Impfstoffen geimpft.

Die FSME (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis) durch Zecken ist inzwischen auch in die öffentlichen Empfehlungen gerückt, weil sie langsam aber sicher auch nach Norden vordringt.

Gegen Masern wir neuerdings auch wieder geimpft.

Gegen Röteln sollten eigentlich alle einen Schutz haben. Im Zweifelsfall kann man das überprüfen.

Borrelien kann man nicht durch Impfen vermeiden.

Gelbfieberimpfungen dürfen nur spezielle Impfstellen vornehmen.

Tollwutschutz ist nur für Risikopersonen notwendig.

Eine Impfung gegen Bluthochdruck wird wohl in den nächsten 20 Jahren auf den Markt kommen, sicher auch gegen den jugendlichen Zucker (Typ-1-Diabetes mit Insulinmangel).